Ich bin auf meinem Weg- aber unglücklich

Hallo Suchender,

hast du deine Entscheidung schon getroffen und studierst jetzt oder machst eine Ausbildung, merkst aber… oh scheiße, das gefällt mir überhaupt nicht?

Wie geht es jetzt weiter? Augen zu und durch, radikaler Abbruch oder eine andere Lösung?

Hier mal ein paar Ideen, was du jetzt tun kannst.

Achtung, dieser Beitrag wird lang. Ich habe viele Praxisbeispiele drin. Lies einfach die Beispiele, die dich interessieren und überspring den Rest, wenn du willst.

Erst einmal kurz durchatmen und in Ruhe schauen, wo das Problem ist.

Am besten nimmst du dir einen ganz gemütlichen Tag dafür Zeit. Zum Beispiel so einen grauen November-Sonntagnachmittag mit einer heißen Schokolade und einer Kuscheldecke auf dem Sofa.

Fragen, die du dir stellen kannst, sind:

  • Was genau stört mich an meinem Studium/Ausbildung/Beruf etc.?
  • Warum stört mich das?
  • Warum habe ich damals dieses Studium/Ausbildung/Beruf überhaupt gewählt?
  • Was ist jetzt anders, als ich es mir vorgestellt habe?
  • Was brauche ich, damit ich dahin komme, wohin ich gerne möchte?
  • Wie kann ich das, was ich brauche, bekommen oder umsetzen?

Du kannst es aufschreiben, wenn dir das hilft, aber du kannst auch einfach drüber nachdenken.

Diese Gedanken sind wichtig, denn Sie geben dir viel Klarheit. Hier kommen ein paar Erläuterungen mit Beispielen zu diesen Fragen:

  1. Was stört mich?
    Du musst erstmal genau wissen, was das Problem ist. Ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit ist sehr unangenehm, aber man kann wenig dagegen unternehmen, weil man ja gar nicht weiß, was man ändern soll. Deshalb ist es gut, mal ganz klar zu analysieren, was stört.
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    z. B. :
    – Es ist langweilig
    – Ich hatte es mir larer strukturiert vorgestellt 
    – Ich komme mit meinen Kommilitonen oder Kollegen nicht klar
    – Ich komme mit meinen Profs. oder Chefs nicht klar
    – Ich mag das Fach, aber die Arbeitsumstände belasten mich
    – Es hat eigentlich gar nix mit meinem Traumberuf zu tun.
    – Es gefällt mir nicht. Ich merke: „Das ist überhaupt nicht mehr mein Traum.
    -Ich habe etwas anderes gefunden, das mich viel mehr begeistert
    etc.x.PNG
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  2. Warum stört es mich?
    Wenn du diesen Blog hier gelesen hast, weißt du, dass ich auf „Warum?“-Fragen stehe, denn sie verraten dir unglaublich viel über dich selbst und sie sind ein enorm hilfreicher Schritt zur Lösung.
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    z. B.:
    Mir ist es wichtig, Begeisterung für etwas zu empfinden. Aber dieses Studium ist mir zu trocken und abstrakt.. Deshalb passt es gar nicht zu meinen Werten. Das fühlt sich gar nicht mehr nach MEINEM Leben an.- Ich fühle mich verloren in diesem Studium. Es überfordert mich.-  Mir sind soziale Kontakte und Harmonie sehr wichtig und ich fühle mich einsam hier.

    – Mein Chef kritisiert mich nur und das verletzt mich. Ich sehne mich nach Anerkennung und Wertschätzung.

    Ich habe einen Lebenstraum, den ich verfolgen will und ich sehe, dass dieser Weg hier gar nichts mit mir und meinen Wünschen zu tun hat.

    – Ich habe meinen Traum verloren und ich fühle mich unglücklich ohne Ziel.
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    – Ich sehe da ein anderes Leben, das mich mehr begeistert. Jetzt habe ich Angst, mir meine Chance zum Glücklichsein zu verbauen.
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    Wie du vielleicht bemerkst, geht es in den meisten Fällen um einen Werte-Konflikt. Mehr zum Thema Werte liest du hier: https://aufdersuchenachdemgrossenwofuer.wordpress.com/2017/09/13/gute-werte-schlechte-werte/

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  3. Warum habe ich überhaupt diesen Weg gewählt?
    Um deine eigenen Werte noch besser zu verstehen, hilft es, deine ursprüngliche Motivation für dieses Studium oder diese Ausbildung zu ergründen.
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    z. B.
    – Ich dachte, dieses Fach passt zu meinen Hobbys und Interessen. Ich möchte Spaß am Beruf haben.

    – Ich dachte, dieses Fach passt zu meinen Stärken und Talenten. Ich wünsche mir Anerkennung und will etwas erreichen mit meiner Arbeit.

    – Ich habe ein Fach gewählt, mit dem ich meinen Traumberuf ergreifen kann. Und ich mag diesen Beruf gerne, weil…

    – Ich dachte, mit diesem Fach kann ich etwas Großes bewegen/die Welt verändern/Anerkennung bekommen etc. Das sind wichtige Werte von mir.

    – Es war eine Vernunftentscheidung, z. B. bzgl. Perspektiven und Geld. Ich lege Wert auf Sicherheit, Unabhängigkeit, Anerkennung oder Macht.

    – Es war gar keine richtige Entscheidung. Ich habe einfach irgendetwas gemacht, weil mir nichts Besseres einfiel.
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    xx
  4. Warum passt meine Entscheidung doch nicht so gut zu meinen Werten und Wünschen?
    Jetzt vergleiche nochmal deine ursprünglichen Bedürfnisse und deine akute Unzufriedenheit. Analysiere, wieso dieses Studium/Ausbildung/Beruf deine Bedürfnisse doch nicht richtig erfüllt.
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    z. B.
    – Ich dachte, das Fach passt zu meinen Interessen. Aber in der Realität macht es mir doch gar nicht so viel Spaß.

    – Ich wollte ein Fach, das meinen Stärken entspricht. Aber es ist doch schwieriger als gedacht ODER ich bin zwar gut darin, aber es inspiriert mich gar nicht.

    – Ich wollte auf meinen Traumberuf hinarbeiten. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob dieses Fach wirklich dazu passt. ODER Ich bin mir nicht mehr sicher, ob mein Traumberuf noch zu mir passt.

    – Das Fach ist immer noch toll. Aber die Umstände (menschlich, strukturell etc.) belasten mich.
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    – Das Fach ist okay, aber da gibt es ein anderes Fach, das noch viel toller ist.
    etc.

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  5. Und nun eine lösungsorientierte Frage: Was brauche ich, damit ich doch noch glücklich werden kann?
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    z. B.
    – Ich wollte ein Fach, das mir Spaß macht, aber es ist mir viel zu trocken. Ich brauche mehr Praxisbezug.

    – Ich wollte etwas machen, indem ich gut bin. Aber jetzt fühle ich mich überfordert. Ich brauche Unterstützung oder ein Fach, das nicht ganz so schwierig ist.

    – Ich bin nur nach meinen Stärken gegangen und merke jetzt, dass es mir keine Freude macht. Ich will herausfinden, was mir eigentlich Spaß macht.

    – Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob dieses Fach zu meinem Traumberuf passt. Ich will mehr Dinge tun, die direkt was mit meinem Traumberuf zu tun haben.

    – Ich habe auf einmal Zweifel an meinem Traumberuf bekommen. Ich will wieder sicher sein ODER einen neuen Traumberuf finden.

    – Ich mag mein Studium oder meine Ausbildung eigentlich. Aber ich brauche Umstände, in denen ich mich wohler fühlen kann.
    – Ich sehne mich nach dem Fach, das mir noch mehr gefällt.

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  6. Eine weitere lösungsorientierte Frage: Wie bekomme ich das, was ich brauche bzw. was ich mir wünsche?
    Entscheidend sind 2 Überlegungen:
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    a) wie kann ich das in meinem jetzigen Studium/Ausbildung/Arbeit bekommen und b) wie kann ich das durch einen Fachwechsel/Abbruch und Neuorientierung bekommen.
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    Dazu jetzt mehr:
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Unzufrieden! Aber woher kommt das Gefühl?

Wenn ich weiß, was ich will: Wie bekomme ich das dann?

a) Wie kann ich mein Studium, meine Ausbildung oder meine Arbeit so gestalten, dass sie mir wieder gefällt?

Nicht immer ist ein Abbruch und eine Neuorientierung notwendig. Manchmal ist es auch möglich, seine eigenen Umstände umzuorientieren.

Nehmen wir ein paar Beispiele von oben:

Du möchtest wieder mehr Praxis im Studium?
Die bekommst du, indem du nebenbei Praktika machst, dich ehrenamtlich engagierst oder einen Minijob in dem Bereich suchst und deine Hausarbeiten und Referate zu praxisorientierten Themen schreibst. Du könntest dir auch einen Spaß daraus machen, anwendungsorientierte Aufgaben für dein Studium zu entwickeln – damit könntest du später sogar Geld verdienen, indem du sie als Prüfungsvorbereitung an andere Studies verkaufst.
Oder du wechselst von der Uni an eine FH oder Duale Hochschule.

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Du wünscht dir mehr Abwechslung?
Informier dich bei Kollegen, in der Berufsschule oder im Internet, ob es vielleicht besondere Aufträge in deinem Bereich gibt, die von der Alltagsroutine abweichen und frage dann deinen Chef, ob du auch mal an einem solchen Auftrag teilnehmen kannst. Und frage auch deine Kollegen immer, wenn sie etwas machen, das du noch nicht kennst, ob du zuschauen und vielleicht auch helfen kannst.

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Du möchtest mehr Begeisterung, die du ursprünglich mal hattest?
(z. B. wolltest du als Tischler künstlerisch schnitzen, aber jetzt schneidest den ganzen Tag nur große Bretter für Treppen und Dielen zu)

Dann hast du zwei Optionen:
a) Schau, ob es auch Aufgaben gibt, die deinen ursprünglichen Interessen entsprechen und frag, ob du diese Aufgaben auch mitmachen kannst und
b) Prüfe, ob dich die bisherigen Aufgaben nicht auch begeistern können. (z. B. dich auch daran freuen, Menschen ganz schlichte, elegante Holzarbeiten für ihr zu Hause zu schaffen wie eben die schnörkellose Treppe).

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Du brauchst Unterstützung, weil das Studium/die Ausbildung echt schwierig ist?
Suche nach Lerngruppen, Nachhilfelehrern oder guten Lernhilfen im Internet. Oft ist es am Anfang erstmal sehr schwierig, weil die Inhalte, das Pensum und der Lernstil ganz anders sind als in der Schule. Da lohnt es sich häufig, die Zähne zusammenzubeißen und die ersten Hürden zu überwinden.

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Du sehnst dich nach mehr Herausforderungen und Anregung?
Vielleicht kannst du ja Herausforderungen finden, z. B. ein besonderes Projekt angehen oder dir spannende Themen für Hausarbeiten und Referate suchen. Auch ein Auslandspraktikum kann Spaß machen und abwechslungsreich sein. Im Studium kann man sich außerdem viele Zusatzaktivitäten, z. B. in der wissenschaftlichen Arbeit oder im Organisieren von Veranstaltungen, suchen. In der Ausbildung kann man den Chef um interessante Zusatzaufgaben bitten.

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Du möchtest deinem Traumberuf wieder näher kommen?
Recherchier mal über Jobbörsen oder im Kontakt mit Arbeitgebern oder Alumni, ob dein Studienabschluss für Stellen in deinem Traumberuf in Frage kommt. Wenn ja, helfen dir Praktika, Werkstudierendenjobs, Ehrenämter und passende Studienarbeiten dabei, deinen Traumberuf im Fokus zu behalten.

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Du willst rausfinden, ob dein Traumberuf überhaupt noch zu dir passt?
Da gibt es nur eins: Probier es über ein Praktikum aus. Vielleicht gefällt es dir ja doch und du kannst wieder mit Elan bei deinem Studium bleiben.

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Du wünscht dir besseren Kontakt zu Kollegen und Kommilitonen?
Wenn es richtig Stress gibt, dann hast du vielleicht Vertrauenspersonen wie Streitschlichter, zuständige Ansprechpartner für deine Ausbildung, den Betriebsrat oder andere, die dich unterstützen können. Ein klärendes Gespräch unter vier Augen hilft auch nicht selten. Ansonsten kommst du für die Zeit von Studium oder Ausbildung vielleicht auch mit den nicht ganz so tollen Leuten klar, wenn du in deiner Freizeit genug Freunde findest.
Eventuell kann hier auch der Wechsel von Betrieb oder Hochschule helfen.

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Du wünscht dir ein besseres Verhältnis zum Chef oder zu den Profs?
Auch hier kann ein klärendes Gespräch oder eine Absprache mit Vertrauenspersonen manchmal helfen.
Und auch hier kann es Sinn machen, in deiner Schiene zu bleiben, aber einen anderen Betrieb oder eine andere Hochschule zu suchen. In kleineren Familienbetrieben und FHs ist oft ein engerer Kontakt als in den großen Masseneinrichtungen.

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Du willst lieber ein anderes Fach machen?
Finde zunächst heraus, warum es dir so viel besser gefällt. Vielleicht kannst du einiges davon auch in deinem Fachbereich umsetzen und z. B. durch Schwerpunkte und Wahlfächer diesen Bereich auch in dein Studium integrieren.

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Du brauchst ein neues Ziel, weil du deins verloren hast?
Beschäftige dich erstmal ausführlich mit dir, deinen Werten und deinen Wünschen. Mach vielleicht Praktika, Nebenjobs, Ehrenämter und co. Sprich mit Menschen. Lies Blogs und Bücher zum Thema. Solange du kein Ziel hast, kannst du ja erstmal eh keine Alternative finden. Und vielleicht stellst du am Ende fest, dass du tatsächlich ganz zufrieden mit den Möglichkeiten dieses Studiums oder dieser Ausbildung bist.

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Mach dich auf die Suche nach Lösungen!

b) Wie gestalte ich einen Abbruch und eine Neuorientierung sinnvoll, damit es diesmal klappt?

Auf jeden Fall Zeit lassen! Sicherlich bist du jetzt in besonderer Eile, damit du deinen Lebenslauf noch irgendwie gerettet kriegst und deinen Eltern nicht noch länger auf der Tasche liegst. Aber dadurch riskierst du, schon wieder eine Entscheidung zu treffen, die dich nicht glücklich machen kann. Da könntest du genauso gut beim Alten bleiben.

Wenn dich deine finanzielle Situation belastet, kannst du erst einmal einen Job übernehmen, der dich über Wasser hält, z. B. im Supermarkt, in der Gastronomie, im Lager, in der Reinigung etc.

Und dann prüfe sehr genau, was du jetzt anders machen musst, damit es diesmal klappt. Auch diesmal die gleichen Beispiele:

Endlich mehr Praxis!
Dann mach diesmal eine Ausbildung oder ein duales Studium oder geh zumindest an die FH. Suche im Vorhinein schon nach einem Beruf, der dich begeistert und richte deine Ausbildung oder dein Studium praxisorientiert auf dieses Berufsziel aus. Um den passenden Beruf zu finden, kannst du Praktika, Ehrenämter und Jobs machen.

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Endlich mehr Abwechslung!
Dann suche jetzt nach einem Beruf mit mehr und unterschiedlicheren Aufgaben. Mache auch hier Praktika oder Hospitationen und sprich mit anderen Leuten, die schon arbeiten oder in der Ausbildung sind. Sprich deinen Wunsch nach vielfältigen Aufgaben auch direkt im Vorstellungsgespräch an.

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Endlich passt es richtig gut zu meinen Interessen!
Dann geh deinen Interessen noch mehr auf den Grund und suche jetzt intensiver nach passenden Möglichkeiten. Mehr Tipps dazu, wie man von einer Grundidee zum passenden Traumberuf findet, gibt es hier: https://aufdersuchenachdemgrossenwofuer.wordpress.com/2017/08/20/von-der-vagen-idee-zum-traumberuf/

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Endlich Anforderungen, die zu mir passen und mich nicht völlig überfordern!
Eventuell passt jetzt besser eine Ausbildung zu dir. Aber es gibt vielleicht auch Studiengänge, die nicht ganz so schwer sind. Wenn dich Mathe in die Knie gezwungen hat, wirst du mit einem Studium, das auf Auswendiglernen beruht, wie Jura oder Medizin vielleicht besser fahren. Andersherum ist das enorme Lernpensum dieser Fächer für viele schwer – für kluge Leute mit Auswendiglern-Sperre kann dann eher eine hochspezialisierte Naturwissenschaft oder eine Geistes- und Sozialwissenschaft  Sinn machen.

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Endlich mehr Herausforderung!
Dann setzt dich in Vorlesungen oder mach Praktika und suche nach intellektuellen Herausforderungen. Behalt dabei aber auch dein Berufsziel im Blick: https://aufdersuchenachdemgrossenwofuer.wordpress.com/2015/10/25/warum-was-soll-ich-studieren-die-falsche-frage-ist/

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Endlich mit mehr Kurs auf meinen Traumberuf!
Dann sprich mit Menschen aus deiner Traumbranche und finde heraus, welche Studiengänge oder Ausbildungen besonders gut dazu passen. Prüfe dann aber auch, ob diese auch interessant für dich klingen. Beispiel: Mit einem Ingenieurstudium kommt man leichter an Jobs im Ausland als mit einem Tourismusabschluss, aber das heißt ja nicht automatisch, dass dir Energietechnik auch gefallen würde.

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Endlich einen klaren Traumberuf vor Augen!
Dann such nicht wahllos nach etwas, sondern mach Praktika, Jobs, Ehrenämter, Freiwilligendienste, Gespräche mit Berufstätigen, Internet- und Buchrecherche und co. und setz dich mehr mit dir selbst auseinander. Ergreife erst wieder eine Ausbildung oder ein Studium, wenn du weißt, was du willst.

 

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Endlich ein besseres Verhältnis zu Kollegen und Kommilitonen!
Informier dich, in welchen Branchen das üblicher ist. Traditionell ist in Jura z. B. ein größerer Konkurrenzkampf, in sozialer Arbeit mehr Harmonie. Wenn du merkst, dass dir ein gutes Miteinander wichtig ist, dann ist auch das ein entscheidender Faktor bei der Suche nach deinem Traumberuf- suche also nach Berufen, Branchen und Unternehmen, deren Unternehmenskultur zu dir passen. Immerhin willst du dann ja im Beruf später auch einen guten Umgang mit den Kollegen, gell?

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Endlich besserer Kontakt zu Chef und Profs!
Dann macht es Sinn, nach Branchen zu schauen, in denen es flachere Hierarchien gibt, z. B. im sozialen Bereich und in jungen, modernen Start Up Unternehmen. Suche nach Studiengängen oder Ausbildungen, mit denen du später in solchen Branchen landen kannst.

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Endlich das Fach, was mir noch viel besser gefällt!
Du weißt ja schon, was du gerne machen würdest. Prüfe aber ruhig nochmal durch Gasthörerschaft und Praktika, ob das Fach auch aus der Nähe immer noch so toll auf dich wirkt.

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Den sprichwörtlichen Sprung ins kalte Wasser gut planen.

Du würdest gerne abbrechen, aber traust dich nicht

Nachdem du nun meine Vorschläge oben gelesen hast (oder vielleicht vorher schon), ist dir klar, dass nur ein Abbruch und eine Neuorientierung das Richtige für dich ist?

Dann hast du schon mal eine gute Erkenntnis, aber noch einen schwierigen Weg vor dir. Denn oft gilt es, viele Hindernisse zu überwinden.

  • Viele fühlen sich dumm, wenn sie abbrechen. Insbesonderen wenn sie nicht sofort eine alternative Lösung parat haben. Der Abbruch kommt ihnen wie ein Versagen vor.
  • Oft kommt Druck von außen. Insbesondere die Eltern machen sich Sorgen um deine Zukunft und versuchen, dich dazu zu überreden, doch abzuschließen.
  • Da ist die große Angst vor der Lücke im Lebenslauf.
  • Menschen, die schon einmal abgebrochen haben, glauben oft besonders, dass sie sich einen weiteren Abbruch nicht erlauben können. Sie denken, dass sie endlich ihr Leben auf die Reihe kriegen müssen.
  • Je später der Abbruch, desto größer die Sorgen. Viele denken, sie seien zu alt, um noch etwas Neues anzufangen.
  • Aber auch früh sind einige verunsichert. Sie denken „ach, nach 2 Semestern kann ich doch noch gar nicht wissen, ob das Studium zu mir passt oder nicht“. Dabei wissen sie es sehr wohl.

Dazu mal ein paar Gedanken:

Ja, ich verstehe das. Ich habe mich auch nicht so toll bei meinem Studienabbruch gefühlt. Aber ich hätte mich noch viel schlechter gefühlt, wenn ich nicht abgebrochen hätte. Ein Studienabbruch ist kein Versagen. Aber ein ganzes Leben lang unglücklich mit seinem Beruf sein, wäre schon ein Riesenfail. Also denk immer auch an die noch blödere Alternative.

Es ist verständlich, wenn sich Eltern Sorgen machen. Schaut gemeinsam, ob dir eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium in dem Bereich Vorteile verschaffen kann. Wenn ja, kannst du ja darüber nachdenken, es durchzuziehen. Das macht vor allem Sinn, wenn du schon weit bist. Im ersten Jahr ist der Abbruch meist die bessere Wahl. Wenn dir dieser Abschluss nichts bringt, kannst du aber genauso gut im letzten Jahr noch abbrechen und die Zeit lieber in deinen Traumberuf investieren.

Heutzutage haben sehr viele Leute Lücken im Lebenslauf. Ein/zwei Semester fremd studiert stören kaum einen Arbeitgeber. Selbst eine längere Phase Ausbildung oder Studium ohne Abschluss sind relativ unproblematisch, wenn du danach einen guten Abschluss machst. Der Arbeitgeber wird nachfragen, aber du hast dann ja auch ne Geschichte, die du erzählen kannst.

Nach ein/zwei/drei Abbrüchen fühlt es sich dann halt irgendwann richtig scheiße an. Wenn du generell jemand bist, der schnell die Begeisterung verliert, dann macht es vielleicht schon Sinn, einen Abschluss zu machen, auch wenn er dir nur so semi gefällt (am besten einen, der vielfältige Berufsmöglichkeiten bietet). Wenn du einfach noch nicht das Richtige gefunden hast, dann brich nicht gleich ab, sondern nimm dir Zeit, um dich selbst und deine Träume zu verstehen und den nächsten Neuanfang strategischer planen zu können.

Ich habe schon ein paar Mal erzählt, dass viele in meiner Familie mit Ende 30 nochmal was ganz Neues gemacht haben. Und in meinem Studium waren sogar Leute über 50. Klar, du wirst deine finanzielle Situationen planen müssen, aber das ist möglich, und du wirst dich hin und wieder erklären müssen, aber dann erzählst du einfach deine Lebensgeschichte und gut ist. Lieber spät zu deinem Glück finden als gar nicht.

Frühzeitig abbrechen ist oft am besten, dann kommen nicht mal Fragen zum Lebenslauf. Ich bin auch dafür, dass man nicht in der ersten Woche hinschmeißen sollte. Aber nach 6 Monaten kann man schon mal erkennen, ob man klar kommt oder richtig unglücklich ist. Im zweiten Fall ist der Abbruch auch nach so kurzer Zeit sinnvoll.

Also beschäftige dich ausführlich mit dem Punkt a: „Wie kann ich mein Studium, meine Ausbildung oder meine Arbeit so gestalten, dass sie mir wieder gefällt?“ Aber wenn es einfach nicht geht und nur ein Abbruch in Frage kommt, dann gesteh dir das auch ein und geh diesen Schritt.

Das bringt dir zwar erstmal eventuell schiefe Blicke und Organisationschaos, aber dauerhaft ein glückliches Leben. Die Anerkennung und die Struktur kommen mit der Zeit auch wieder zurück, versprochen.

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Und ein cheesy, aber immer wieder gutes Zitat am Ende:

„Mut bedeutet nicht, dass du keine Angst hast. Mut ist die Entscheidung, dass dir etwas wichtiger ist als deine Angst“. (nach Ambrose Red Moon)

PS: Immer wieder abbrechen und mit nichts zufrieden sein, kann auch eine Fluchtstrategie sein. Dahinter können Ängste vor Verantwortung, Bindung oder der Arbeitswelt stehen. Wenn diese sehr groß sind und du selbst nicht richtig weiter kommst, kann eine Psychiotherapie oder ein Coaching helfen.

(Bilder: http://www.pixabay.de)

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