Ich will ALLES machen

Moin Suchender,

na, bist du eine von diesen hyperaktiven Bienen, die einfach gerne an allen Blumen schnuppern möchte? Meeresbiologie wär toll und Sprachforschung auch und Geologie und Psychologie, vielleicht auch was Nützliches für den Alltag, eine Ausbildung in der Elektronik oder Schreinerei oder Hebamme werden… hmmm, wie soll man denn seinen Traumberuf finden, wenn es sooo viele schöne Berufe und Möglichkeiten gibt?

Vielleicht bist du ein Scanner. So nennt man Allrounder*innen, die sich für vieles interessieren. Das Gegenteil sind Taucher- Spezialisten*innen, die sich in ihr Herzthema einarbeiten und dann dort für immer glücklich sind. Wenn du mehr darüber wissen willst, empfehle ich das Buch „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“ von Barbara Sher.

Hier zeige ich dir mal 5 Möglichkeiten, wie du als Scanner deinen Berufsweg planen kannst:

1. Suche nach abwechslungsreichen Berufen

Als Spezialist*in für ein ganz bestimmtes Thema wirst du wohl kaum glücklich werden. Schau dich deshalb nach Berufen um, die dir viele verschiedene Aufgaben bieten. Beispiele gefällig?

  • Als Journalist*in kannst du zu den verschiedensten Themen recherchieren und schreiben
  • Als Wissenschaftler*in kannst du zu vielen verschiedenen Gegenständen forschen, außerdem unterrichten und Konferenzen abhalten
  • Als Unternehmer*in/(Projekt-)Manager*in in einem kleinen (vielleicht sogar eigenen) Betrieb musst du oft viele Aufgaben übernehmen- die Planung, die Finanzen, die operative Arbeit, die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, die Evaluation und co. (das kann ein Start Up sein, ein kleiner Familienbetrieb, eine gemeinnützige Organisation oder auch dein eiges Café)
  • Als Unternehmensberater*in mit einem weiten Themenbereich- du kommst in Kontakt mit vielen Unternehmen, musst erstmal Fehler und Verbesserungspotenziale finden und dann maßgeschneiderte Strategien entwerfen und einführen- wenn jeder Fall individuell ist, kann es sehr abwechslungsreich werden
  • Als Coach/Trainer*in/Therapeut*in/Berater*in Menschen bei den unterschiedlichsten Lebensproblemen zu begleiten und zu unterstützen- da erlebst du viel Neues und musst dich immer wieder auf andere Probleme einstellen und neue Lösungswege finden. Das kann sehr vielfältig sein.
  • Lehrer*in in der Erwachsenenbildung– da kann man immer wieder Kurse zu völlig neuen Themen anbieten und neben dem Unterricht muss man sich eben auch vorbereiten- und oft auch Schwierigkeiten bewältigen, denn als freiberufliche*r Lehrer*in muss man erstmal an Aufträge kommen und sein regelmäßiges Einkommen einbringen.

Schau dich ruhig auch nach anderen Optionen um. Ein Beruf, der dir viel Abwechslung und viele unterschiedliche Aufgaben bietet, kann mehrere deiner Interessen abdecken.

aufgaben

Ein Koffer voller bunter Aufgaben

2. Statt dem Traumberuf viele Projekte anpeilen

Wer sagt eigentlich, dass man seinen Beruf 40 Jahre lang machen muss? Warum nicht 5-7 Jahre? Und dann den nächsten wieder 5-7 Jahre… und dann den nächsten.
Das ist natürlich viel aufwendiger als eine glatte Karriere, aber es kann sehr glücklich machen. Such dir ein weitgefächertest Studium, das viele Karrierechancen bietet. Ein paar Beispiele:

  • BWL/Management. Damit kannst du in alle Abteilungen eines Unternehmens- als Sales Manager*in durch die Welt reisen, im Personal Bewerbungsgespräche führen und Schulungen konzipieren, im Marketing neue Werbung erfinden, in der Strategie die die Zukunft des Unternehmens planen, im Projektmanagement inhaltlich arbeiten und Projekte entwerfen, betreuen und auswerten und in der Chefetage leiten und koordinieren. Außerdem kannst du in den unterschiedlichsten Unternehmen arbeiten- vom Wirtschaftskonzern über das Krankenhaus bis hin zum Theater stehen dir alle Bereiche offen.
  • Erziehungswissenschaft. Damit kannst du z. B. Kinder und Jugendliche betreuen, Erwachsene beraten (Schulden, Drogen, Ankommen in Deutschland, Familienprobleme, rechtliche Fragen etc.), in der Personalentwicklung arbeiten, Coach und Trainer*in für die unterschiedlichsten Bereiche werden (Stressmanagement, interkulturelle Trainings, Führungskompetenzen etc.), Manager*in von sozialen, Bildungs- und Erziehungseinrichtugen werden, in der Politik Bildungspläne und soziale Projekte gestalten, Referent*in der Stadt/des Bundeslands/großer Vereine und Organisationen zu spannenden Themen in diesem Bereich werden, du kannst in die Erwachsenenbildung gehen…
  • Jura. Du kannst Anwalt*Anwältin zu Lieblingsthemen werden, du kannst Rechtsberatung in den unterschiedlichsten Bereichen anbieten, du kannst in Unternehmen in der Rechtsabteilung arbeiten und z. B. Verträge ausarbeiten, du kannst in Menschenrechtsorganisationen Projektmanagement betreiben, du kannst Notar*in werden, du kannst in den diplomatischen Dienst eintreten…
  • Medien. Du kannst „was mit Medien“ studieren und später Journalist*in werden (Fernsehen, Radio, Zeitung, Zeitschriften, online…), du kannst in Unternehmen und Organisationen im Bereich PR und Öffentlichkeitsarbeit tätig werden, du kannst im Social Media Management arbeiten, du kannst Unternehmensberatung für die Bereiche Mediennutzung und Pressearbeit anbieten, du kannst Ghostwritertätigkeiten anbieten, du kannst erfolgreiche*r Blogger*in oder Autor*in werden, du kannst Filme und Videos erstellen, du kannst Kurse im Benutzen von Programmen wie Photoshop anbieten, du kannst Moderator*in für Veranstaltungen werden..

In all diesen Bereichen kannst du auch wissenschaftlich und in der Erwachsenenbildung arbeiten. So kannst du mit nur einer Ausbildung später regelmäßig die Tätigkeit wechseln und dich nochmal neu ausrichten, Neues kennenlernen und Spaß haben. Das erfordert auch Kraft und Mut, denn sich immer wieder neu bewerben und umziehen ist auch schwierig und anstregend… und wird ab einem bestimmten Zeitpunkt in deinem Umfeld auch auf Unverständnis stoßen. (Waaaas? Du wirst deinen unbefristeten gut bezahlten Job aufgeben? Bist du bekloppt?)

relativ

Das ist doch viel interessanter als einfach geradeaus gehen, oder?

3. Mehrere Jobs parallel machen

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du arbeitest in Teilzeit oder du arbeitest nur ein paar Monate des Jahres. Das geht vor allem gut in freiberuflichen Tätigkeiten. Auch hier ein paar Beispiele:

  • Vormittags arbeitest du in einem Büro mit abwechslungsreichen Aufgaben. Abends jobbst du in einem Literaturcafe oder unterrichtest Salsa oder bietest Bewerbungstrainings an.
  • Drei Tage die Woche bist du als Immobilienmakler*in in deiner Stadt unterwegs. Zwei Tage die Woche arbeitest du in einer Beratungsstelle für das Thema gesunde Ernährung.
  • Unter der Woche arbeitest du mit reduzierter Stundenzahl als Lektor*in für einen Verlag. Am Wochenende verdienst du dein Geld als Fotograf*in, z. B. für Hochzeiten
  • Du bist Nachhaltigkeitsmanager*in im Unternehmen und betreust eigenständig die nachhaltigen Projekte vor Ort- dh neben dem Büro bist du auch im inklusiven Kindergarten, der Flüchtlingsberatungsstelle oder dem Biobauernhof vor Ort tätig.
  • In den Wintermonaten arbeitest du mal als Tauchlehrer*in auf den Malediven, mal als Reiseführer*in im Himalaya, mal als Strandkellner*in auf Ibiza. Im Sommer bist du wieder in Deutschland und bietest Kurse und Beratungen für IT-Anwendungen an.
  • Im Sommer arbeitest du als Anlagenmechaniker*in für Solaranlagen oder als Unternehmensberater*in in der Energiewirtschaft. Du schiebst Überstunden und verdienst gut, sodass du danach einige Monate freinehmen und deinen Hobbys nachgehen kannst.

So kannst du mehrere Jobs mit einander verbinden und verschiedenen Neigungen nachgehen.

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Das richtige Schuhwerk für jede Gelegenheit- alle deine Jobs und Hobbys

4. Jobs und Hobbys verknüpfen

Du suchst dir Jobs mit einer garantierten 40-Stundenwoche (oder weniger) ohne Überstunden. So kannst du in deiner Freizeit all dem nachkommen, was dich sonst noch interessiert. Man kann seine Hobbys ja auch Hobbys lassen, anstatt sie zum Beruf zu machen- vorausgesetzt man hat die Zeit dazu. Beispiele für Interessen in Hobbys auszuleben:

  • Wissenschaftliche Interessen: Setz dich in Univorlesungen, lies wissenschaftliche Magazine und Bücher, schreib wissenschaftliche Artikel und veröffentliche sie in Fachzeitschriften, unterhalte Diskussionsrunden mit interessanten Leuten, lies dich in ein Thema ein und biete VHS-Kurse dazu an
  • Handwerkliche/künstlerische Interessen: Nimm an Kursen teil, mach deine eigene Kunst zu Hause, lies Magazine und Blogs, gründe Näh/Handwerks/Malkreise
  • Interesse an Menschen: Engagier dich ehrenamtlich, schließ dich Gruppen und Vereinen an, biete (ehrenamtlich) Kurse zu bestimmten Themen an, betreue Kinder, suche Freunde übers Internet
  • Sprachliche Interessen: Besuche Sprachkurse, mach Tandem-Partnerschaften, lies fremdsprachige Literatur, geh in OMU-Filme, reise in andere Länder, starte eine internationale Brief-/E-Mail-Freundschaft
  • Interesse zu forschen: Sammle Insekten, erstell ein Herbarium, stell dir einen erwachsenen Chemiebaukasten zusammen, suche nach Gold/Edelsteinen, besuche Planetarien und leg dir ein Teleskop zu, schließe dich als Tourist*in Forschungsreisen an, schau dir Forschungsdesigns an und stelle sie nach, erkunde neue Orte und Ausgrabungsstätten…
  • Du weißt schon, was dir Spaß macht. Tu es einfach.

Wenn die Arbeit dir genug Zeit lässt, kannst du deinen tausend Interessen nachkommen, ohne dafür drei Leben zu brauchen.

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Zeit für Hobbies- Musik machen, wandern, fotografieren, die Welt entdecken…

5. Passives Einkommen

Je weniger du arbeiten musst, desto mehr Zeit hast du für vielfältige Hobbys. Also kannst du überlegen, dir passive Einnahmequellen zu schaffen. Passives Einkommen bedeutet, dass du dafür nur einmal arbeiten musst und danach nix mehr tun musst und trotzdem weiterhin Geld daraus bekommst. Beispiele dafür:

  • Wenn man viel Kohle hat und/oder keine Angst vor einem langen Kredit, kann man sich Wohnungseigentum kaufen (von kleiner Wohnung bis Mehrfamilienhaus) und das dann vermieten. Sobald der Kredit abbezahlt ist, fließt die Miete munter aufs eigene Konto.
    Wenn du weniger Geld hast, kannst du vielleicht erstmal ein Zimmer über Airbnb vermieten.
  • Andere Dinge vermieten, z. B. sein Auto oder besondere Werkzeuge (Hochdruckreiniger, Tapeziertisch, Schneeschaufel…)
  • Dinge entwickeln, die andere in Zukunft immer wieder kaufen werden, z. B. Bücher, Fotos, Musik, Software, Spiele, Kurse, Apps, Informationsseiten etc.
  • Auf Blogs, Youtube und Social Media Kanälen Werbung schalten und damit kassieren
  • Mehr Ideen findest du hier: http://www.smart-reich-werden.de/geld-verdienen/passives-einkommen-ideen/

Man sollte sich nicht darauf verlassen, damit schnell das große Geld zu verdienen. Aber wenn man nach einer Weile ein kleines Zusatzeinkommen hat, kann man in seinem Beruf schonmal Stunden reduzieren und hat mehr Zeit für seine Hobbys.

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Mit passivem Einkommen mehr Freizeit schaffen

(Fotos: http://www.pixabay.de)

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