10 Berufe mit Natur

Hallo Suchender,

gehörst du vielleicht zu den Menschen, die in engen Büros Platzangst kriegen und sich nach einem Beruf in der Natur sehnen? Dann habe ich hier ein paar Ideen:

1. Gärten und Parks anlegen
Ob es nun kleine private Gärten oder große Landschaftsgärten sind, ob in Parks oder auf Friedhöfen, in diesen Berufen ist man viel in und mit der Natur. Du kannst die Gestaltung planen und/oder die Pläne umsetzen. Dazu gehören anpflanzen, hegen und pflegen, trimmen, Teiche und Fließgewässer anlegen und pflegen, Grünschnitt betreiben, Blumenbeete gestalten und vieles mehr. Für die einen eine langweilige Drecksarbeit, aber für andere ein echter Traumberuf. Denn hier bist du im direkten Kontakt mit der Natur, es ist eine Arbeit, die alle Sinne anspricht, am Ende des Tages siehst du die konkreten Ergebnisse deiner Arbeit, du kannst selig müde und erschöpft auf die Couch oder in die Badewanne sinken und du erlebst Sonne, Regen, Wind und Schnee, statt im überheizten Büro von der Welt abgeschnitten zu sein. Wer einen Sinn für Schönheit und harte, ehrliche Arbeit hat, ist in diesem Beruf genau richtig.
(Berufe: Gärtner*in (Schwerpunkt Friedhofsgärtnerei oder Garten- und Landschaftsbau), Landschaftsarchitekt*in etc. )

Raking in the GardenQuelle: welcomia/123rf

2. Arbeit auf dem Bauernhof

Bauern gelten oft als dumm und hinterwäldlerisch. Dabei ist Agrarwirtschaft heute ein Studium, denn die Arbeit in der Landwirtschaft erfordert ein umfangreiches Wissen, z. B. über Pflanzenbau, Düngemittel und Pestizide, Viehwirtschaft, landwirtschaftliche Maschinen, Betriebswirtschaftslehre, Technologie und Produktion von Lebensmittel und vieles mehr. Wer heutzutage Landwirt*in werden will, sollte also ein schlauer Fuchs sein, aber natürlich auch bereit zu harter körperlicher Arbeit. Wenn du daran Interesse hast, mach doch mal ein Praktikum.  Gerade zur Erntezeit gibt es durchaus noch Höfe, die Gastarbeiter gebrauchen können. Du kannst zum Beispiel mal nach „Erntehelfer werden“ googlen. Und natürlich gibt es auch viele Berufe mit Tieren in diesem Bereich. Vielleicht solltest du dich beim nächsten Hoffest oder Dorfladenbesuch mal ein wenig umschauen, wenn du darfst- oder einfach mit den Leuten dort plaudern.
(Berufe: Landwirt*in, Fachkraft Agrarservice, Tierwirt*in, Gärtner*in für Obst- und Gemüseanbau)
… und damit der Post nicht zu naiv klingt: Es ist natürlich klar, dass der Großteil unserer Fleisch- und Milchprodukte aus Massentierhaltung kommt und dass das nix mehr mit Natur zu tun hat. Deshalb habe ich extra nicht „Arbeit in der Landwirtschaft“, sondern „Arbeit auf dem Bauernhof“ geschrieben.

Sunset over Barley FieldsQuelle: Helen Hotson/123rf

3. Im Wald arbeiten

Forstwirt*in ist ein Ausbildungsberuf, Förster*innen sind normalerweise studiert. In diesem Berufen betreut man ein Waldstück. Man pflanzt neue Bäume und pflegt, sowie fällt ggf. alte Bäume. Man erntet Holz und lässt es abtransportieren. Man hält die Wege, Rastplätze und Einfriedungen in Stand. Man bietet Wald- und Natuführungen an. Und ja, man überwacht auch Tierbestände und jagt/schießt Tiere. Forstwirte sind vor allem im Wald unterwegs und machen körperliche Arbeit, wohingegen Förster auch viel im Büro sind. Wer Wälder mag, wird diese Berufe lieben ;)
Weiters kann man im Wald auch hauptsächlich als Jäger*in oder Holzfäller*in tätig sein.
(Berufe: Forstwirt*in, Studium Forstwissenschaft, Beamte*r Forstdienst, Revierjäger*in)

beautiful green forest
Quelle: ivantsov/123rf

4. Berg- und Skiführer*in

Die Fremdenführer*innen der Natur. Als Berg- und Skiführer*in machst du mit Tourist*innen Touren durch die Natur. Im Sommer beim Wandern oder Mountainbiken, im Winter mit Langlaufskiern oder Schneeschuhen. Auch Klettertouren und andere besondere Touren können dazugehören. So kannst du jeden Tag tollen Sport- und Abenteuerurlaub vor herrlichen Kulissen erleben. Es gibt auch Menschen, die diesen Beruf z. B. nur im Winter ausüben und im Sommer anderen Jobs nachgehen. Wer sportlich fit ist, Menschen mag und auf Adrenalin steht, ist in diesem Beruf genau richtig.

Achtung:  Der Verband deutscher Berg- und Skiführer (VDBS) nimmt nur Azubis, die schon viel Erfahrung im Wandern und Bergsteigen mitbringen. Man muss mind. 15 Gebirgswanderungen nachweisen, plus idealerweise weitere alpine Erfahrungen. Außerdem muss man mindestens 18 Jahre sein.
Die Ausbildung ist übrigens schweineteuer. Die Kursgebühr beträgt 4000 Euro und laut Internet kommen zusätzliche Kosten für Ausrüstung und co. dazu, sodass man am Ende der Zeit (mind. 3 Jahre, eher länger) gut 10.000 Euro ausgegeben hat. Für viele ist das also keine Option direkt nach dem Abi.

Vielleicht kannst du erstmal als Skilehrer*in oder Kellner*in auf der Hütte jobben, in deiner Freizeit Wandererfahrungen sammeln und das Geld für die teure Ausbildung ansparen.
(Beruf: Berg- und Skiführer*in)

7680117 - climber in himalayan mountainQuelle: Galyna Andrushko/123rf

5. In See stechen

Bei Natur denken wir erstmal an Wiesen und Wälder, aber natürlich können auch Seen, Flüsse und Meere unsere Sehnsucht wecken. Auf Booten oder Schiffen kann man eben auch ein ganz anderes Lebensgefühl erfahren als im Büro.Ob als Kapitän*in, Matros*in, Fischer*in oder Ingenieur*in, in der Nautik gibt es jede Menge Berufe zu entdecken. Natürlich vorher ganz wichtig zu überlegen: Wo willst du später wohnen? Wenn deine ganze Familie in Bayern lebt und du durchaus familienverbunden bist, dann überleg dir, ob die Binnenschiffahrt auf dem Chiemsee nicht genauso schön wie eine Karriere auf hoher See sein kann.
(Berufe: Binnenschiffer*in, Boots- und Schiffbauer*in, Fischwirt*in, Hafenschiffer*in, Schiffbau-Ingenieur*in, Studium in Nautik (dadurch kann man später Kapitän*in werden), Schiffsmechaniker*in etc.)

Marine Deck Officer or Chief mate on deck of offshore vessel or shipQuelle: Igor Kardasov/123rf

6. Feldforschung draußen

In vielen wissenschaftlichen Berufen kann man raus in die Natur und forschen. Ob man als Biologe das Verhalten von Koalabären beobachtet, als Geografin Permafrostböden in der Arktis untersucht oder als Meteorologe Ursachen für Hochwasser in bestimmten Regionen ermittelt. Es gibt zahlreiche Studiengänge, die einen nach draußen in die Natur führen können. Die Plätze als wissenschaftlicher Mitarbeiter sind aber begehrt und knapp und eine Jobsicherheit gibt es oft nicht. Man sollte sich also von Studienbeginn an reinhängen und mit sehr guten Leistungen überzeugen, sowie so früh wie möglich Hiwi-Jobs und Forschungspraktika an Land ziehen. Oder Alternativen suchen. Vielleicht macht es dir z. B. doch mehr Freude, als Schiffsmechaniker*in auf dem Deck zu arbeiten, das die Forscher in den hohen Norden führt?
(Berufe: Viele Studiengänge im MINT-Bereich)

Aurora borealis above the snow covered mountainQuelle: Denys Bilytskyi/123rf

7. Winzer*in

Das klingt doch gleich viel mehr sophisticated als Bauer, oder? Immerhin hat auch Günther Jauch sein eigenes Weingut. Trotzdem ist der Beruf natürlich ein Knochenjob, gerade wenn man noch nicht Besitzer*in der Winzerei ist und den Weinberg hoch und runter laufen muss, mit einem schweren Korb voller Trauben auf dem Rücken. Aber man ist sehr viel draußen in der Natur, kann die Früchte seiner Arbeit genießen (sorry, der musste sein) und wenn man Wein mag, hat man bestimmt auch viel Spaß an den Verköstigungen und den Verkauf im Gut. Und irgendwie hat dieser Beruf einfach Stil, oder?
(Beruf: Winzer*in)

21283070 - vineyardQuelle: Sea Wave/123rf

8. Umweltschützer*in

„Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft“ (Ernest Hemingway). Der Traumjob für Generation Y Kinder mit Frischluftbedarf. Du bist draußen in der Natur und machst auch noch was Sinnvolles. Du kannst z. B. Naturschutzgebiete hegen, Flüsse renaturieren (also gerade Flüsse mit befestigtem Ufer wieder in ursprünglich schlängelnde Biotope verwandeln), Gewässer säubern, Proben nehmen und den Verschmutzungsgrad ermitteln, Aufforstungsprojekte leiten, Streuobstwiesen anlegen, Projekte zur Wiederansiedelung von Wildtieren managen etc.. Viele Umweltschutzberufe sind auch im Büro, daher solltest du dich vorher informieren, mit welchen Jobs du am Ende auch wirklich in der Natur landest.
(Berufe: Umweltschutztechnische*r Assistent*in/Umweltschutztechniker*in, Studium Ökologie, Naturschutz, Landschaftsplanung, Umweltwissenschaften etc.)

Wild cat Lynx in the nature forest habitat. Eurasian Lynx in the forest, pine forest. Lynx lying on the green moss stone. Cute lynx, wildlife scene from nature, Sweden. Cute wild cat in grass.Quelle: Ondrej Prosicky/123rf

9. Rettungsdienst

Rettungsdienst in der Stadt ist natürlich nicht so natürlich. Wer aber in ländlicheren Gebieten arbeitet, kommt dabei auch in den Genuss, mal rauszukommen. Insbesondere wenn man nicht fürs Krankenhaus arbeiten, sondern Rettungsschwimmer*in oder Bergretter*in wird und Menschen in Seenot oder nach Wander- und Skiunfällen retten. Ein Beruf mit hoher Verantwortung und viel Sinn, jedoch auch unbequemen Arbeitszeiten und viel Stress und körperliche Anforderungen. Dennoch bestimmt ein Traumjob für viele. Und wer Adrenalin liebt, kann zusätzlich oder ausschließlich auch Hubschrauberpilot*in werden.
(Berufe: Notfallsanitäter*in, Bergretter*in, Rettungsschwimmer*in, Hubschrauberpilot*in etc.)

21040616 - matterhorn view with helichopterQuelle: Vasin Leenanuruksa/123rf

10. Pädagogische Berufe mit Natur und Umwelt

Wer Menschen und Natur liebt, findet in diesem Bereich vielleicht seine Berufung. Es gibt Wald- und Bauernhofkindergärten, in denen Kinder ganz naturnah aufwachsen können. Es gibt tiergestützte Therapien für behinderte und psychisch kranke Menschen. Es gibt bei Umweltschutzorganisationen wie Nabu pädagogische Angebote für Stadtkinder, die am Wochenende die Natur erkunden und mehr über Umweltschutz lernen können. Und sicherlich gibt es noch viele andere Angebote, die ich selber gar nicht kenne. Schau dich am besten im Internet um.
(Berufe: Erzieher*in, (Sozial-)Pädagog*in, Psycholog*in etc.)

Group of kindergarten kids lying on the grass at park and relax

Quelle: rawpixel/123rf

4 Kommentare

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  3. Der Kritiker · Januar 12, 2019

    Als ob man nichts sinnvolles macht wenn man in die Natur geht!

    Der die jenige die diesen Artikel verfasst hat, hat weder Ahnung von Naturverbundenheit und schon garnicht interessiert sie überhaupt kennenzulernen.

    Explorer Nature before its gone.

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    • Annika · Januar 14, 2019

      Hmmh, ich verstehe Deinen Kommentar leider nicht. An welcher Stelle schreibe ich denn, dass die Natur nicht sinnvoll ist? Ich ermutige mit diesem Artikel doch dazu, dass man sich einen Beruf in der Natur sucht – und zeige, wie schön, abwechslungsreich und eben auch sinnstiftend diese Arbeiten sein können.

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